Beschreibung

Hallo,

mein Name ist Isabel Unger. Ich bin 19 Jahre alt und habe mich entschieden ab August 2012 für ein Jahr in Ghana zu leben. Mein Wohnort wird die große Stadt Kumasi sein, in der mich eine Gastfamilie aufnehmen wird. Vor Ort werde ich im Rahmen des EMC-Ghana Projektes an der Garden City Special School, einer Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, arbeiten.

Auf diesem Blog werde ich Berichte vom Leben und der Arbeit in Ghana, sowie Fotos hochladen.

Viel Spaß beim Lesen, eure Isa

Samstag, 13. Juli 2013

30.5.13: Schulbeginn



Die ersten zwei Wochen in der Schule mussten wir leider ohne Schüler verbringen. Da das Geld für das Essen der Internatskinder mal wieder nicht pünktlich und ausreichend kam, haben die Lehrer der Sonderschulen beschlossen zu streiken, indem sie die Schüler einfach nicht zurückkommen ließen.
Diese zwei Wochen Ausfall waren unschön für unsere Therapien, aber gut für unseren Projekt-Workshop, den wir täglich 8 Stunden lang vorbereiteten. Wir schrieben Anleitungen, malten Vorlagen, planten, sortierten Material für Ketten, laminierten alles und stellten Ordner zusammen.

In diesen zwei Wochen traf es meine Kollegin und Freundin ziemlich hart. Sie wurde vom Arzt überzeugt ihr Kind (Louisa) im 7. Monat abzutreiben, da es möglicherweise schwerstmehrfach behindert sein könnte. Dann starb ihre beste Freundin, eine ehemalige Kollegin von der Garden City Special School, ganz plötzlich und kurze Zeit später starb auch ihr Vater. Wir gingen in diesen zwei Wochen also auch zur One-Week-Celebration und zur Beerdigung von ihrem Vater. Es war eine muslimische Beerdigung und sie fand nicht an einem Samstag oder Sonntag, wie die bisherigen Beerdigungen, statt. Außerdem tragen Muslime hier beim Trauern keine schwarze Kleidung. Ansonsten gestaltete sich diese Beerdigung, wie alle anderen auch. Um die Frau des Verstorbenen zu begrüßen mussten wir allerdings in das winzige Haus hinein gehen. Sie saß mit anderen Frauen im Schlafzimmer, wo ihr Mann, von Vorhängen umgeben, im Bett lag. Trotz der Vorhänge konnte man Kopf und Füße sehen. Wir schüttelten allen die Hände, bis auf der Witwe. Ihr darf man bei der Beerdigung des Mannes nicht die Hand geben.

Am Ende der zwei Wochen wurde verkündet, dass die Schüler endlich wieder kommen dürften. Ein Glück! Es wurde samstags ein PTA-Meeting (eine Eltern-Lehrer-Versammlung) einberufen und mit dieser kamen auch die ersten Schüler!