Ein Filmteam, bestehend aus Simon, der Regisseurin und
Tonfrau, und Carina, der Kammerafrau, kam von Donnerstag bis Samstag zu Besuch.
Es soll ein neuer Werbefilm, eine Art kurze Doku, über Freiwillige mit
abgeschlossener Berufsausbildung gedreht werden. Tina wurde gefragt, ob sie
nicht als Logopädin etwas über ihren Freiwilligendienst berichten möchte. Also
kamen Simon und Carina am Donnerstag nach Kumasi. Ich, neugierig wie ich bin,
wollte den Spaß natürlich nicht verpassen und habe mich den beiden und Tina
angeschlossen. Ich wurde auch dazu eingeladen, so ist es ja nicht. Wir trafen
uns also Donnerstag nach der Schule im Hotel in Kumasi und haben erst einmal
ein bisschen geredet. Am nächsten Tag begleiteten sie uns, bzw. Tina dann mit
in der Schule. Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass ich nicht wirklich im
Film auftauchen würde. Ich dachte ich würde mehr hinter der Kamera stehen,
alles beobachten und Tina zuwinken oder so ähnlich. Aber sie filmten uns beide
bei der morgendlichen Versammlung, bei dem Gottesdienst der Schule und in der
Pause. Wir zeigten ihnen unseren Schulladen, den wir als EMC-Projekt aufgebaut
haben, und plötzlich sollte ich auch etwas sagen. Nach der Schule wollten wir
eigentlich noch ein paar Szenen in Kumasi in der Stadt drehen, aber unsere
Kamerafrau hatte leider plötzlich einen Hexenschuss, sodass wir Pizza geholt
haben und zurück ins Hotel gefahren sind. Abends haben wir noch eine ziemlich
unrealistische Szene gedreht, in der Tina und ich im Dunkeln (!) eine Cola bei
einer netten Kioskfrau kaufen und sie trinken. Im Dunkeln sind wir
normalerweise nicht mehr auf der Straße, aber gut.
Samstagmorgens haben wir dann Tinas zweites Interview
gedreht und ich durfte den Ton angeln. Das hört sich spannender an als es ist.
Ich musste mit diesem Püschelmikro, was an einem langen Stab hängt, ganz steif und bewegungslos herum stehen und
aufpassen, dass das Mirko nicht ins Bild sinkt. Nach einer halben Stunde angeln
konnte ich mich nicht mehr bewegen und meinen Arm einen Tag lang nicht mehr
hochheben. Ich werde nie wieder angeln!
Dann sind wir noch im ruhigen Viertel, indem das Hotel
steht, herum gelaufen und haben Szenen gedreht, wo Tina und ich Straßen auf und
ab laufen. Ab 11 Uhr haben wir dann auf den Fahrer, einem Arbeitskollegen,
gewartet, der dann um 12 Uhr kam. Soetwas ist natürlich echt doof für ein
Filmteam, bei dem es auf jede Minute ankommt. Wir mussten also die Aufnahmen am
Uni Campus ausfallen lassen und sind direkt zur Schule gefahren zu einem
Interview mit der Direktorin. Danach haben wir noch kurz eine weitere Aufnahme
zu dem EMC-Projekt gemacht, in der wir mit Felicia ein Perlenarmband gefädelt
haben.
Und schon war die Zeit mit dem Filmteam vorbei. Wir brachten
die beiden zur Busstation, denn sie mussten in den nächsten Tagen noch in Accra
und Korfuridua drehen.
Im Oktober treffen wir uns noch einmal und Tina wird von
ihrer Rückkehr nach Deutschland berichten. Der Film wird wohl nächstes Jahr heraus
kommen. Erscheinen werden eine Gehörgeräteakustikerin in Peru, ein
Krankenpfleger in Ghana und Tina, bzw. unerwarteter Weise auch ich.