Beschreibung

Hallo,

mein Name ist Isabel Unger. Ich bin 19 Jahre alt und habe mich entschieden ab August 2012 für ein Jahr in Ghana zu leben. Mein Wohnort wird die große Stadt Kumasi sein, in der mich eine Gastfamilie aufnehmen wird. Vor Ort werde ich im Rahmen des EMC-Ghana Projektes an der Garden City Special School, einer Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, arbeiten.

Auf diesem Blog werde ich Berichte vom Leben und der Arbeit in Ghana, sowie Fotos hochladen.

Viel Spaß beim Lesen, eure Isa

Dienstag, 21. Mai 2013

Reisen

Da ich wie gesagt verdammt viel zu tun habe im Moment, werde ich meine dreiwöchige Reise in den Ferien nicht ausführlich erzählen. Denn ich bin ja auch nicht hier zum Reisen, sondern in erster Linie um zu arbeiten.  Ich werde hauptsächlich Bilder hochladen:

 Nach einer grauenhaften Busfahrt, in der wir mehrere Pannen hatten, es beim Fahrer zwischen den Beinen gebrannt hatte und der wir mitten im Niergendwo entflohen sind, haben Tina und ich in Accra mit Magda eine Party gefeiert! Man kriegt dort einfach alles!! Sogar SAUERKRAUT!
 Magdas Geburtstagspicknick am Strand in Winneba mit Tina, ihren Eltern, Philiph, mir und Magda natürlich.
                                          Lagoone in Winneba
              Mit Tina und ihren Eltern am größten Baum Westafrikas und in Korforidua
                                          Cape Coast mit Lara, Raffi und Julius
                         Savanna und eine Schwarzwälderkirschtorte, was will man mehr?
                                          Es stimmt schon, der Weg ist das Ziel.
                  Hätte ich mich nicht verirrt, hätte ich dieses schöne Dorf nie gefunden!  
Leider gab es dort kein Taxi oder auch nur ein Auto, was mich hätte fahren können. Ein Glück hat mich ein netter Kerl, über diese Brücke ins nächste Dorf gebracht, wo wir auf einer Beerdigung landeten. Da hatte leider auch niemand ein Auto, also sind wir ins nächste Dorf, wo mich ein netter Trottrofahrer, der eigentlich Feierabend hatte, dorthin fuhr, wo ich hin wollte...



                                   ... nämlich nach Cape 3 Points, wo ich Magda und Philiph traf.




                  die Wanderung zum Leuchtturm führte durch einen Sumpf, mit Amanda und Lena


                                        Amanda am südlichsten Punkt Ghanas

                                         die Brücke nach Butre
                                          auf der Reise kennen gelernt, Lena und Amanda




                                  Burg Bartenstein, eine ehemalige preußische Sklavenburg

                                         Kosa, so erntet man Kokosnüsse
                                          Aboaky Festival in Winneba....
                                         ... mit Magda und ihren Geschwistern




                                         schlimme Erkältung auskurieren in Techiman
                                         der Weg nach Wechiau

                                         auf diesem Dach in der Savanne haben wir geschlafen

                                           Guten Morgen Magda!

                                          Hallo, Burkina Faso

                                         und wir haben sie tatsächlich gesehen: die Nielpferde!



                                           Larabanga
                                           auf gehts zum Mole Nationalpark















18.4.13: Das zweite Term ist zu Ende:



Dieses Term war verdammt kurz! Es war eh kurz und dann kamen noch der Lehrerstreik und meine Krankheit hinzu…

Ich habe auch dieses Term in der Group 4 unterrichtet. Auch der Kunstunterricht wurde weiter geführt, wir haben bunte Muschelketten, Karnevalsmasken, Schiffe aus leeren Wassertrinkbeuteln und vieles mehr gebastelt.

In der Physiotherapie hat Gifty weitere Fortschritte gemacht. Das verdanken wir u.a. ihrer Schwester, bei der sie wohnt, denn ich habe Gifty vor den Ferien ein Buch mit Fotos und Anleitung zur Physiotherapie und Sprachübungen mitgegeben, die sie wenn möglich täglich mit ihrer Schwester macht. Und tatsächlich war Gifties Hand nach den Ferien genauso flexibel, wie vorher! Das ist großartig, denn dann konnten wir direkt weiter arbeiten und mussten nicht wieder von vorne anfangen, wie sonst anscheinend immer.

Ivettes Physiotherapie haben wir leider etwas zu sehr schleifen gelassen, da es Ivette oft nicht gut ging oder ich gerade in ihrer Stunde mit dem Projekt eingespannt war. Das wird im nächsten Term auf jeden Fall geändert. Was wir allerdings öfter mal gemacht haben ist, zusammen in der Pause spazieren zu gehen.

Yaw hat in der Sprachtherapie auch Fortschritte gemacht. Generell kann man bei ihm erst nach langer Zeit üben einen Schritt weiter gehen, aber nach dieser gewissen Zeit ist eine deutliche Verbesserung zu merken. Ich habe auch herausgefunden, wie es ihm leichter fällt, die richtigen Laute hervor zubringen, indem wir immer hin und her wippen. Das klappt wirklich gut, außerdem ist Yaw wirklich motiviert seine Aussprache zu verbessern!

Ich durfte in diesem Term wöchentlich mit Ataa in die Turnhalle gehen. Wir machen viele Übungen, um die Muskulatur ihrer rechten Hand zu trainieren. Zuerst massiere ich ihre Hand und dann muss sie verschiedene Dinge aufheben, sortieren, die Fingerspitzen auf einen Flaschendeckel oder aufeinander führen. Wir spielen und pellen mit verschieden großen Gymnastikbällen und üben werfen. Sie muss versuchen einen Luftballon in der Luft zu halten und muss an einen Punchingball, den ich über ihren Kopf halte, springen, damit sie lernt ihren Arm zu strecken.

So ziemlich die gleichen Übungen und Massagen mache ich mit Emma, einem Schüler, der immer am Fenster stand und auch in die Turnhalle wollte. Ein ganz lieber Junge. Ich habe ihn einmal, als ich kurz Zeit hatte, herein kommen lassen und wollte ein bisschen mit ihm malen, als mir sein Problem mit der rechten Hand auffiel. Seit dem nehme ich ihn wöchentlich mit in die Turnhalle. Es macht total viel Spaß mit ihm zu arbeiten, denn er ist super motiviert! Er begrüßt mich nun jeden Tag mit der rechten Hand und bemüht sich die Finger zu spreizen und gibt nicht mehr, wie früher die linke Hand. Auch bei den Übungen hat er eine Ausdauer und Konzentration und freut sich über jeden Erfolg, den wir erlangen.

Nana und ich gehen immer noch jeden Dienstag in die Turnhalle, puzzlen, spielen sein Memory und üben schreiben. Beim Abschreiben schaut er nur noch sehr wenig auf die Buchstaben, die er schreiben soll. Ich habe das Gefühl, er entwickelt langsam ein Verständnis dafür, wie Worte geschrieben werden, wenn ich sie ihm laut sage. Bis er frei schreiben kann, wird es allerdings noch dauern denke ich.

Auch Isaac hat mich nach den Weihnachtsferien überrascht. Er wusste fast noch alle Wörter von unseren Wortschatzübungen zum Thema Essen! Er hat die Worte zum Thema Hygiene dieses Term gelernt und mittlerweile sind wir beim Thema Einkaufen. Übrigens macht es mit keinem so viel Spaß Memory zu spielen, wie mit Isaac. Ich habe ihm Memory Spiele mit den besprochenen Themen gebastelt und er liebt das Spiel. Er ist wirklich erstaunlich gut darin!

Neben dem Unterricht und den Einzelförderungen mussten Tina und ich in diesem Term unser Projekt, den Schulladen, organisieren.(Siehe Blogeintrag vom 20.3.13)
Das war und ist eine Menge Arbeit und viel (unnötige) Rennerei! Aber die meisten Lehrer stehen hinter uns, was wir in diesem Maße nie erwartet hätten.
Was bisher getan wurde:
-         Holz gekauft
-         Regale gebaut
-         Perlen und Kettenmaterial gekauft
-         System zum Auffädeln und Gestalten der Ketten etc. erarbeitet
-         Werkzeuge für Kokosnussanhänger gekauft
-         Einige Kokosnussanhänger mit Mr. Boadi angefertigt
-         Wassertüten-Täschchen und Stofftäschchen mit Madam Agnes genäht
-         Eine Box zum Sammeln der Wassertüten aufgestellt, die sehr gut angenommen wurde
-         Ein Verwaltungsteam gegründet
-         Einen Workshop, der nächste Woche stattfindet, geplant
-         Produkte für den Übungsladen gesammelt
-         Einkaufslisten mit Klett gestaltet
-         Die ersten Grußkarten mit den Kindern gestaltet
Was noch zu tun ist:
-         Weltläden, Kirchenverbände etc anschreiben
-         Flyer gestalten
-         Film drehen
-         Eine Theke und das Dachgerüst des Shops bauen
-         Eine Kunst-AG für Grußkarten gründen
-         Eine Perlen-AG für Kolliers gründen
-         Material für Schuhe kaufen
-         Stoff und Farbe für Bartiktischdecken kaufen
-         Das Dach aus Stoff bartiken
-         Ein Lern-Plakat mit Wörtern zum Thema Einkaufen anfertigen
-         Ein Konto für das Projekt anlegen
-         Einweisungsstunden im Übungsshop für jede Klasse
-         Fundraising!
-         Materialien für die Ketten/Armbänder- Herstellung in Kumasi finden

Man sieht, es ist noch eine Menge zu tun und das in nur noch 9 Schulwochen. Langsam werde ich nervös…

Und hinzukommt, dass ich über jeden Schüler der Einzelförderung zwei Bücher anlegen möchte. Eines für die nächsten Freiwilligen und eines für den Klassenlehrer, in der Hoffnung, dass meine Therapien weiter geführt werden. Außerdem möchte ich den Klassenlehrern und Assistenten der jeweiligen Schüler zeigen und vormachen, was ich in der Einzelförderung tue.

Also, an die Arbeit!

Montag, 20. Mai 2013

Nana Boakye





15.4.13: Patrick ist tot


Ein Schüler der Garden City Special School ist gestorben. Sein Name war Patrick, er war erst seit einem Term bei uns und ein ganz lieber und ruhiger Junge mit glasigen Augen.
Er beklagte sich über Bauchschmerzen, also wurde er eine Woche lang von der Schulkrankenschwester behandelt. Da sich nichts an seinem Zustand änderte, holten die Eltern ihn ab und brachten ihn in ein Krankenhaus. Dort wurde er behandelt und kam bald wieder nach Hause, musste aber noch Medizin nehmen.
Am letzten Wochenende ist er nun verstorben. Samstag spät abends ist er gestorben und Sonntagmorgen wurde er begraben. Da die Zeit zwischen Tod und Begräbnis so kurz ist, kann man davon ausgehen, dass es keine Beerdigungsfeier gab, er keinen Sarg bekam und wahrscheinlich nun auch irgendwo neben einem Haus unter der Erde liegt.
Ich werde Patrick in guter Erinnerung behalten und hoffe er hatte keine sehr großen Schmerzen, als er von uns ging.